Olaf Scholz und Frank Horch während einer Pressekonferenz
Der SPD-Spitzenkandidat für die Hamburger Büprgerschaftswahl, Olaf Scholz, präsentierte am Donnerstag auf einer gemeinsamen Pressekonferenz Frank Horch, den Präses der Handelskammer Hamburg, als seinen Wunschkandidaten für das Amt des Wirtschaftssenators. (Bild: DPA)
Überraschungscoup im Hamburger Wahlkampf. Die Ankündigung von SPD-Spitzenkandidat Olaf Scholz, im Falle des Wahlsiegs den bisherigen Präses der Handelskammer Hamburg, Frank Horch, zum Wirtschaftssenator zu machen, sorgt für Aufsehen bei Parteien, Gewerkschaften und Verbänden.
Der Hamburger SPD-Spitzenkandidat Olaf Scholz will im Falle eines Wahlsiegs den bisherigen Präses der Handelskammer Hamburg, Frank Horch, zum Wirtschaftssenator der Hansestadt machen. „Er ist die optimale Besetzung für das Amt“, charakterisierte Scholz am Donnerstag Horch. Frank Horch gilt als exzellenter Kenner der maritimen Wirtschaft.
Dass SPD-Spitzenkandidat Olaf Scholz den bisherigen Präses der Handelskammer Hamburg im Falle eines Wahlsiegs zum Wirtschaftssenator machen will, stieß in der Hafen- und Handelsmetropole auf ein beeindruckendes Echo – über die üblichen Grenzen hinweg, wie das „Hamburger Abendblatt“ berichtet:
Gewerkschaften: „Damit kann man Staat machen“
Der DGB-Chef Hamburg, Uwe Grund, lobte Horch als „klugen Kopf, anerkannten Fachmann und durchsetzungsstarke Führungsfigur. Damit kann man Staat machen“.
Als „fairen Sozial- und Tarifpartner“ kennt den bisherigen Handelskammer-Präses auch die Bezirksleiterin der IG Metall Küste, Jutta Blankau. „Wir erwarten von ihm einen weiterhin fairen Umgang mit den Arbeitnehmern und ein Engagement für die Wirtschaft in Hamburg, das die Interessen von Unternehmern und Beschäftigten gleichermaßen berücksichtigt.“
Handwerkskammer: Horch ist ausgesprochen fachkundig und zuverlässig
Auch aus der Wirtschaft der Hansestadt kommt Zustimmung zur Personalentscheidung. Der Präsident der Hamburger Handwerkskammer, Josef Katzer“, beglückwünschte Olaf Scholz, „einen so kompetenten Partner als seinen Kandidaten für das Amt des Wirtschaftssenators gewonnen zu haben.“ Hans-Theodor Kutsch, Chef des Industrieverbandes Hamburg (ivh) bescheinigte Horch, dass es ihm „nicht an Kenntnissen der Wirtschaft und Industrie“ mangele.
Auch FDP gratuliert
Selbst die FDP musste die gute Personalwahl eingestehen: „Gratulation. Herr Horch ist ein kompetenter Wirtschaftsexperte“, musste FDP-Spitzenkandidatin Katja Suding einräumen.
„Ich mache das für Hamburg“
Seit fast 40 Jahren ist er in verschiedenen Bereichen und Unternehmen der Hamburger Wirtschaft tätig. Sollte er Wirtschaftssenator werden, will er sich insbesondere darum kümmern, dass Hamburg auch künftig ein internationaler Hafen von Weltrang bleibt. Die Elbvertiefung und Hafenentwicklung seien von großer Bedeutung. Zudem will Horch den Mittelstand stärken, da dieser das „Herzstück“ der Hamburger Wirtschaft sei. Auch will er die desolate Finanzlage in Hamburg angehen ohne die Technologieförderung auszulassen. „Ich mache das für Hamburg“, sagte er zu seiner Motivation.
Horchs Lebenslauf
Frank Horch wurde 1948 in Geversdorf (Niedersachsen) geboren. Die Karriere des Industriemamanegers begann nach einem Schiffbau-Studium in Hamburg 1974 mit einer Managerstation bei der Phoenix AG. und bei ThyssenKrupp. Dann wechselte er zu Blohm + Voss. Im Mai 2008 wurde er Präses der Handelskammer Hamburg. Dieses Amt legte Horch am 12. Januar 2011 nieder, da seine Kandidatur als Wirtschaftssenator „logischerweise unvereinbar“ sei mit dem bisherigen Amt. Er lebt mit seiner Frau in Buxtehude, gemeinsam haben sie zwei erwachsene Töchter.