>Sicherheitskonferenz-Leiter Ischinger: "Afghanistan-Abzugstermin muss in Brüssel entschieden werden Demilitarisiertes Denken Grundlage für Abrüstung"

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Sicherheitskonferenz-Leiter Ischinger beim Kamingespräch auf PHÖNIX: „Afghanistan-Abzugstermin muss in Brüssel entschieden werden – Demilitarisiertes Denken Grundlage für Abrüstung“
KAMINGESPRÄCH BEI PHOENIX GERMAN TV FROM ARD AND ZDF

Wolfgang Ischinger; PHOENIX/Florian Wizorek   Wolfgang Ischinger im Gespräch mit Elmar Theveßen

Bonn/Berlin, 25. Januar 2011 – Wolfgang Ischinger, Leiter der Münchener Sicherheitskonferenz, kritisiert in der PHOENIX-Sendung KAMINGESPRÄCH (Ausstrahlung am 30. Januar 2011 um 13.00 Uhr) die Uneinigkeit der NATO über den Termin eines Truppenrückzugs aus Afghanistan.

„Die NATO-Mitglieder streiten sich wie die Kesselflicker. Ich würde mir wünschen, dass die Entscheidungen über einen Truppenrückzug und über Planungen von Kriterien gemeinsam in Brüssel getroffen werden“, sagt Ischinger im Vorfeld der diesjährigen  Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) vom 4. bis 6. Februar 2011 in München.

Rückblickend war es seiner Meinung nach ein Fehler, den Fokus in Afghanistan auf militärische Handlungen zu legen: „Mit militärischen Mitteln lassen sich nur militärische Probleme lösen.“ Vielmehr wäre ein umfassender Ansatz mit entwicklungspolitisch relevanten Handlungen nötig gewesen.

Ischinger warnt zudem vor den Auswirkungen des „Cyber-Warfare“ und der Verbreitung des Computer-Virus „Stuxnet“, welcher eine völlig neue, unkalkulierbare Art des Krieges initiieren könnte: Der klassische Krieg mit rollenden Panzerketten, das wird so nicht der Krieg der Zukunft sein.“ , so Ischinger im PHÖNIX Kamingespräch.

Allerdings habe die internationale Staatengemeinschaft durch den „Stuxnet“-Virus im Falle des iranischen Atomprogramms „zwei, drei oder mehr Jahre an zusätzlicher Verhandlungsmarge gewonnen“, meint  Wolfgang Ischinger.

Im Umgang mit dem Iran solle man nicht ausschließlich auf Sanktionen setzen, da diese „kein Allheilmittel“ darstellten und nicht zum Einlenken der Regierung führten, so Ischinger. Vielmehr müsse man ein „sekundäres Paket“ von Anreizen schaffen.

In der Frage der Gefahr eines möglichen Nuklearkonfliktes sei die auch von US-Präsident Obama vertretene Position „Global Zero“, also der weltweite Verzicht auf Atomwaffen, ein „vernünftiges Ziel“. so Wolfgang Ischinger im PHÖNIX Kamingespräch.

Ischingers Ansicht nach muss das Denken „demilitarisiert“ und stärker auf eine kooperative Grundlage gesetzt werden.

Di, 25.01.11, 16.50 Uhr
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